Zeit nehmen Zeit finden 2021

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Flyschgestein (Kreidezeit 100 Mio. Jahre),

Sand (Dolomit, Kalkstein, Quarzit, Sandstein, Feldspat, Glimmer, Gneis) aus der Salzach /Saalachspitz

Steinkreis: 200 cm

Sandfläche: 400 x 400 cm

 

Spielen mit Sand und Kieselsteine sammeln zählt zu den elementaren Kindheitserfahrungen am Ufer. Kaum im Bewusstsein ist, dass es sich dabei um das Baumaterial handelt, aus dem unser Planet besteht. Die Farben der Steine zeigen, dass sie von verschiedenen Orten stammen. Sie sind unterschiedlich alt und unter verschiedenen Bedingungen entstanden.

Prozesse der Erosion haben das Gestein bis hin zu Sand zerkleinert. Gletscher, Flüsse und Wind haben es transportiert und abgelagert.

Diese Prozesse, die Millionen von Jahren gedauert haben und noch immer wirken, dienen als Anregung, über das Phänomen Zeit nachzudenken.

Die Entnahmestelle der Steine verweist auf diese Prozesse und auf die Moräne Ablagerungen, die am Ende der letzten Eiszeit von den Gletschern im Salzburger Becken abgelagert worden sind. Der mehr als 300m tiefe Salzburger See zwischen dem Pass Lueg und Tittmoning wurde innerhalb von wenigen Jahrtausenden (von 19.000 – 11.600) zur Gänze mit Sedimenten aufgefüllt.

Die Salzach transportiert das Gesteinsmaterial aus den Alpen. Die Strömung formt die Kiesel und produziert den Sand.

Sand entsteht durch die physikalische und chemische Verwitterung anderer Gesteine. Ursprüngliches Ausgangsmaterial sind magmatische und metamorphe Gesteine (z. B. Granit), aus denen typischerweise die Kristalle der mineralischen Bestandteile herausgelöst werden.

Durch mechanische Einflüsse beim Transport ändert sich die Form der Einzelkörner; generell werden Ecken und Kanten umso mehr gerundet und abgeschliffen, je länger der Transportweg ist. Dies ist allerdings kein linearer Prozess: Je runder und kleiner die Körner werden, um so widerstandsfähiger sind sie gegen weitere Veränderungen. Untersuchungen ergaben, dass häufig ein Transportweg von Tausenden von Kilometern nötig ist, um Sandkörner mittlerer Größe auch nur mäßig zu verrunden.

Selbst wenn man eine Zyklusdauer von 200 Millionen Jahren annimmt, so kann ein heutiges, gut gerundetes Quarz-Sandkorn durchaus zehn Erosionszyklen und damit fast die halbe Erdgeschichte durchlaufen haben.

Die Arbeit ist eine Einladung, sich Zeit zu nehmen zwischen Sand und Gestein aus der Kiesböschung vom Saalachspitz, um darin im Verweilen Zeit zu finden.